Wachstum der Menschheit

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Inwieweit beinflusst der Mensch seine Umwelt?

Wie passen wir eigentlich in die Umwelt? Stehen wir Menschen außerhalb der Umwelt und Nahrungskette? Wetteifern wir mit anderen Arten um Ressourcen, also Nahrungs- und Lebensquellen? Lass uns das gemeinsam herausfinden!

"Du musst deinen Kindern beibringen, dass der Boden unter ihren Füßen die Asche ihrer Großeltern ist. Damit sie ihr Land achten, musst du ihnen vermitteln, dass die Erde ein Teil von ihnen ist. Bringe ihnen bei, dass die Erde unsere Mutter ist. Was der Erde passiert, passiert auch den Kindern der Erde."



Wofür verwenden Ökologen deiner Meinung nach den Begriff Population? Meinen sie damit vielleicht die Leute in deiner Stadt? Verstehen sie darunter die Menschen auf der ganzen Welt? Was ist mit den Fröschen in einem Teich oder mit den Bäumen in einem Waldgebiet? Ist das auch eine Population? Wenn du alle Fragen mit "Ja" beantwortet hast, liegst du richtig! Eine Population setzt sich aus allen Organismen einer Art aus einem bestimmten Bereich zu einer bestimmten Zeit zusammen. Auch wenn viele Leute dabei häufig nur an menschliche Populationen denken: Ökologen erforschen Populationen von jeder Art von Organismus.

Lass uns einmal die Menschen, die in Berlin leben, näher betrachten. Die Größe der Population in der Stadt kann im Wesentlichen nur drei Dinge tun: Die Anzahl der Bewohner kann steigen, sie kann absinken oder beides kann gleichzeitig passieren. Was kann die Anzahl der Bewohner Berlins ansteigen lassen? Die Menschen können Kinder bekommen und es können auch Menschen von außerhalb dazukommen. Einwanderung nennt man auch Immigration. Die Bewohnerzahl sinkt, wenn Menschen sich für eine Auswanderung (Emigration) entscheiden oder wenn sie sterben. Die Faktoren Geburten, Tod, Einwanderung und Auswanderung bestimmen die Größe der Population.

Vertiefung

Wusstest du schon?
2012 waren in Deutschland 13,2 % der Einwohner jünger als 15 Jahre. Im afrikanischen Staat Niger dagegen waren es 50 %, und in vielen Entwicklungsländern ist es ähnlich. Diese Zahlen hat die Weltbank veröffentlicht.



Wichtig ist, dass die Größe der Population nur die Zahl der individuellen Organismen meint. Die Anzahl der Bewohner Berlins ändert sich ständig, da zur Zeit viele Menschen in die Stadt ziehen. Die Anzahl derer, die die Stadt verlassen, ist jedoch größer. Die Bevölkerungszahl schwankt, sie betrug im Jahr 1994 3,47 Millionen Einwohner, im Jahr 2012 nur noch 3,326 Millionen Einwohner.

Refexion

Überprüfe dich selbst!
Wie viele Mitschüler sind in deiner Klasse? Wie viele an deiner Schule? Und wie viele Menschen leben in deiner Stadt?



Obwohl die Bevölkerungszahl in Berlin sinkt, nimmt die Weltbevölkerung zu. Zur Zeit bewohnen etwa 7,1 Milliarden Menschen die Erde. 1950 waren es nur 2,5 Milliarden!

Anmerkung

Was meinst du?
Wie viele Menschen kann unsere Welt vertragen? Waren es 1950 schon genug? Erkläre Deine Meinung.



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Was passiert mit der Weltbevölkerung, wie es in Abbildung 2.37 gezeigt wird? Wie du dich vielleicht erinnerst, steigt die Bevölkerungszahl nur dann, wenn die Geburtenrate steigt und die Anzahl an Todesfällen sinkt oder mehr Menschen zuziehen. Immigration und Emigration werden aber nicht eingerechnet, wenn die Weltbevölkerung untersucht wird. Das liegt auf der Hand, wenn du bedenkst, dass niemand von der Erde wegzieht. Welche Ereignisse beeinflussen nun aber das Bevölkerungswachstum auf der Erde? Es werden mehr Säuglinge geboren, während weniger Menschen sterben.

Ökologen, die Bevölkerungszahlen untersuchen, werden Demographen oder Bevölkerungswissenschaftler genannt. Demographen erklären die äußerst gravierende Zunahme der Weltbevölkerung dadurch, dass weniger Menschen sterben. Fortschritte in Medizin, Gesundheitspflege und Nahrungsmittelproduktion haben dazu beigetragen, dass Menschen länger leben und Kinder haben, die dann ebenfalls länger leben und wiederum Kinder haben. Mexiko ist ein Beispiel für ein Land, dessen Bevölkerungszahl stark durch diese Veränderungen beeinflusst wurde. 1920 starben jährlich etwa 40 von 1000 Menschen. Diese Zahl gibt die Sterberate an. 1990 hatte diese Sterberate abgenommen, sodass nur etwa 6 von 1000 Menschen jährlich starben. Insofern sind es nun durchschnittlich 34 von 1000 Menschen mehr, die jährlich überleben, leben und Kinder bekommen. Stelle dieser Veränderung nun die Geburtenrate gegenüber. Die Geburtenrate entspricht der Anzahl an Säuglingen, die jedes Jahr geboren werden. 1920 wurden pro 1000 Menschen etwa 40 Säuglinge geboren. 1990 wurden pro 1000 Menschen etwa 30 Säuglinge geboren.

Bevölkerungspyramiden (Abb.2.38) zeigen das Zahlenverhältnis der weiblichen und männlichen Bevölkerung. In der Alterspanne der 70- bis 90-Jährigen ist zu erkennen, dass in diesem Bereich ein deutlicher Frauenüberschuss vorhanden ist. Dies rührt daher, dass dies die Generation ist, die im 2. Weltkrieg viele Männer verloren hat. Diese Deutlichkeit des Kurvenverlaufs ist bei den jüngeren Jahrgängen so nicht erkennbar.

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Sowohl die Geburten- als auch die Sterberate nehmen Einfluss auf das Populationswachstum. Beispielsweise starben in Mexiko-City um 1915 ungefähr genauso viele Menschen, wie Säuglinge geboren wurden. Das führte dazu, dass die Bevölkerungsanzahl konstant blieb. Jetzt werden jedoch viel mehr Säuglinge geboren als Menschen sterben, was dazu führt, dass die Bevölkerung wächst.

Vertiefung

Wusstest du schon?
Mediziner behandeln heutzutage erfolgreich Krankheiten, die einst Hunderttausende Menschen das Leben gekostet haben. Darüber hinaus sterben heute weniger Kinder direkt nach der Geburt. Eine Frau, die in der Vergangenheit in Kenia acht Kinder zur Welt gebracht hat, konnte davon ausgehen, dass davon nur vier die frühe Kindheit überleben. Heute würde eine Frau in einer gleichartigen Situation erleben, wie die meisten ihrer Kinder aufwachsen und schließlich selbst Kinder bekommen.



Eine Möglichkeit, über Bevölkerungswachstum nachzudenken, ist es, die Verdopplungszeit zu berechnen, also die Zeit, die eine Bevölkerung braucht, um sich in ihrer Menge zu verdoppeln. Die meisten entwickelten Länder, wie beispielsweise die USA und der überwiegende Teil von Europa, wachsen langsam und haben lange Verdopplungszeiten. Demographen sagen zum Beispiel voraus, dass sich die Bevölkerungszahl in den USA in etwa 89 Jahren verdoppelt. Die meisten Entwicklungsländer, wie viele Teile Afrikas, Asiens und Südamerikas, wachsen schneller als entwickelte Länder. Dementsprechend haben Entwicklungsländer kurze Verdopplungszeiten. Die durchschnittliche Verdopplungszeit in vielen Entwicklungsländern liegt bei ungefähr 34 Jahren. Das mag dir lang erscheinen, aber 34 Jahre sind keine wirklich lange Zeit. Denk einmal darüber nach: In 34 Jahren werden in einem Entwicklungsland doppelt so viele Häuser oder Wohnungen, doppelt so viel Energie und doppelt so viel Nahrung ge- und verbraucht, wie dies gerade der Fall ist. Dementsprechend wird dieses Wachstum einige Herausforderungen mit sich bringen. Stell dir vor, was passiert, wenn sich die Anzahl der Menschen in deiner Nachbarschaft verdoppelt. Wo würdest du die zusätzlichen Wohnungen, Häuser, Straßen, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und alles Weitere, das die Menschen benötigen, errichten?

Einzelnachweise