Schwangerschaftsunterbrechung

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Wann wird aus Verhütung Abtreibung?

Alle bisher erörterten Methoden dienen der Verhinderung der Befruchtung einer Eizelle durch eine Samenzelle und sorgen dafür, dass es nicht zu einer Schwangerschaft kommt. Dabei handelt es sich offensichtlich um Methoden der Empfängnisverhütung.

Andere Verhütungsmethoden setzen ein, nachdem eine Eizelle befruchtet wurde und bevor oder kurz nachdem sie sich in der Gebärmutter eingenistet hat. Diese Methoden verhindern nicht die Befruchtung, sondern verhindern, dass sich die befruchtete Eizelle entwickelt. Somit erlauben einige zwar, dass die Eizelle befruchtet wird, verhindern aber gleichzeitig, dass sie sich in der Gebärmutter einnistet, oder sorgen dafür, dass sie ausgestoßen wird. Diese Art von Verhütung kann als Maßnahme betrachtet werden, die eine Schwangerschaft unterbricht, anstatt ihre Entstehung zu verhindern. Einige Experten assoziieren eine Schwangerschaft mit der Einnistung eines Embryos in der Gebärmutter. Nach dieser Definition wären alle Methoden, die vor dieser Einpflanzung ansetzen, Mittel zur Empfängnisverhütung und Methoden, bei denen die befruchtete Eizelle ausgestoßen wird, Mittel der Abtreibung.

Vertiefung

Wusstest Du schon?
Das Intrauterinpessar wurde in den 1930er Jahren entwickelt, wird aber erst seit den 1960er Jahren vertrieben. Mit 50 Millionen Nutzerinnen weltweit ist es nach der Pille die häufigste Wahl einer Frau, wenn es um Verhütungsmittel geht. In Deutschland wird es von rund 13,5 % der Frauen benutzt.



Das Intrauterinpessar, umgangssprachlich auch "Spirale" genannt, ist ein kleines Objekt, das etwa die Größe einer Büroklammer hat. Die Spirale wird von einem Arzt in die Gebärmutter eingesetzt. Von der Spirale wurden viele verschiedene Varianten entwickelt.

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Anmerkung

Was meinst Du?
Einige Menschen argumentieren, diese Methode sei kein Mittel zur Empfängnisverhütung (das die Befruchtung verhindert), sondern wirke eher als Abtreibungsmittel oder verhindere ein Fortschreiten der Schwangerschaft. Was ist deine Meinung?



Eine Hormonspirale setzt das Hormon Progesteron frei. Dabei handelt es sich um dasselbe Hormon, das auch in der Antibabypille verwendet wird. Auch ohne eine Freisetzung von Progesteron funktioniert die Spirale als Verhütungsmittel, obwohl immer noch nicht ganz klar ist, warum das so ist. Durch eine Irritation der Gebärmutterwand verändert die Spirale – genauso wie das Progesteron – die Gebärmutterschleimhaut dahin gehend, dass es nicht zur Einnistung kommen kann. Wenn es doch zu einer Einnistung kommt, verdrängt die Spirale die befruchtete Eizelle von der Wand der Gebärmutter.

Anders als Pille und Barrieremethoden, deren Wirkung von der korrekten und regelmäßigen Anwendung durch den Benutzer abhängt, hängt die Wirkung des Intrauterinpessars von dessen sachgerechter Platzierung durch einen Gesundheitsexperten ab. Die Spirale hat eine ideale Misserfolgsquote von 0,8 % und eine tatsächliche Misserfolgsquote von 4 %.

Eine weitere Möglichkeit, die Einpflanzung einer befruchteten Eizelle zu vermeiden, ist die orale Einnahme von Hormonen oder Chemikalien nach dem Geschlechtsverkehr. Derartige Chemikalien werden häufig als "Pille danach" bezeichnet. Ein relativ neues Präparat, genannt RU 486, unterbricht in den meisten Fällen eine Schwangerschaft, wenn es innerhalb von zehn Tagen nach einer ausgebliebenen Monatsblutung eingenommen wird. Nach der Einnahme des Präparates erhält die Person noch eine Injektion mit Progesteron. Einige Menschen betrachten ein chemisches Präparat oder ein Mittel wie RU 486 eher als Mittel zur Abtreibung als zur Verhütung.

Abtreibung

Bei einigen Schwangerschaften kann es zu einer Fehlgeburt kommen. Eine Fehlgeburt ist eine natürliche und vorzeitige Beendigung einer Schwangerschaft, bevor der Fötus lebensfähig ist. Fehlgeburten treten häufig zwischen der 12. und der 28. Schwangerschaftswoche auf und können auf eine Vielzahl von Gründen zurückgeführt werden, beispielsweise einem geschädigten Embryo. Wenngleich die Fehlgeburt eine natürliche Form der Abtreibung ist, bezieht sich der Begriff Abtreibung eher auf den bewussten Abbruch einer Schwangerschaft. Es kann viele Gründe haben, warum sich Menschen dazu entscheiden, eine Abtreibung vornehmen zu lassen. In einigen Fällen kann ein Schwangerschaftsabbruch nötig sein, um das Leben der schwangeren Frau zu retten. In anderen Fällen kann es sein, dass es durch eine Vergewaltigung zu einer Schwangerschaft gekommen ist. Auch kann es sein, dass der Fötus einen schwerwiegenden Schaden hat oder sich die schwangere Frau entscheidet, dass sie zum Zeitpunkt der Schwangerschaft noch kein Kind haben möchte.

Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei einer Abtreibung, die von einem Arzt frühzeitig in der Schwangerschaft durchgeführt wird, um eine sichere und schnelle Prozedur. Bei den meisten Abtreibungen wird der Embryo entweder mit einem Saugrohr aus der Gebärmutter entfernt oder der schwangeren Frau wird eine Injektion verabreicht, die dafür sorgt, dass Embryo oder Fötus aus der Gebärmutter ausgestoßen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau innerhalb des ersten Schwangerschaftsdrittels (Zeitpunkt, zu dem die meisten Abtreibungen stattfinden) an der Abtreibung stirbt, ist geringer als das Sterberisiko, das sich bei Komplikationen bei einer voll ausgetragenen Schwangerschaft ergeben kann.

Bei einigen Frauen kann eine Abtreibung zu komplexen psychischen Problemen führen, zum Beispiel zu großer Trauer, die nicht enden will. Andere Frauen erleben diesen Eingriff als erleichternd und erwecken nicht den Eindruck, als würden sie unter ernsthaften und lang anhaltenden emotionalen Problemen leiden.

Einzelnachweise