Der Menstruationszyklus

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Wie funktioniert der Menstruationszyklus?

Nach der Menarche bereitet sich der Körper einer Frau monatlich auf eine mögliche Schwangerschaft vor – und das ungefähr für die nächsten 40 Jahre. Falls es nicht zu einer Schwangerschaft kommt, hat eine Frau ihre Periode. Die Menstruation signalisiert dabei den Beginn eines neuen Monatszyklus von Hormonen in ihrem Fortpflanzungssystem. Was passiert dabei? Welche Abläufe finden dabei statt? Dieses Kapitel wird dir dabei helfen, diese Fragen zu beantworten.

Vertiefung

Wusstest du schon?

  • Voll ausgereifte Männer produzieren täglich Millionen neuer Spermien.
  • Frauen werden bereits mit allen Eizellen geboren.



Das weibliche Fortpflanzungssystem arbeitet wie ein Staffellauf. Wie wir bereits im vorausgehenden Kapitel besprochen haben, schüttet die Hirnanhangdrüse unter Einwirkung von GnRH vom Hypothalamus Gonadotropine (FSH und LH) aus. Die Eierstöcke nehmen die Gonadotropine auf, die dazu führen, dass die Eizellen in den Eierstöcken reifen. Die Eizellen setzen während der diversen Phasen ihrer Reifung in den Eierstöcken Östrogen und Progesteron frei. Die Hirnanhangdrüse setzt in Abhängigkeit von der Östrogen- und Progesteronkonzentration im Blut mehr FSH und LH frei. Dieses komplexe und sensible Rückkopplungssystem reagiert während der gesamten fruchtbaren Zeit einer Frau auf viele umweltbedingte Einflüsse. So kann beispielsweise zu viel emotionaler oder physischer Stress zu einer unregelmäßigen Periode führen.

Menstruation ist genau genommen das Ergebnis von drei ablaufenden Zyklen:

Hormoneller Zyklus Ovarialzyklus Uteruszyklus
Die Hirnanhangdrüse setzt LH und FSH frei. Die Eierstöcke setzen Östrogen und Progesteron frei.

Jeden Monat (manchmal häufiger) reift eine Eizelle heran, bricht von einem Eierstock los und wandert in Richtung Gebärmutter.

Die Gebärmutterschleimhaut wird dicker und sondert für die befruchtete Eizelle Nährstoffe ab, damit sich diese darin einnisten kann. Ohne Einnistung wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und während der Periode ausgeschieden.



Durchschnittlich kommt es alle 28 Tage zur Menstruation, wenngleich manche Frauen kürzere Abstände (bis zu 21 Tage), und andere Frauen längere Abstände (bis zu 40 Tagen) haben. Nach der Menarche kann es sein, dass die Periode während des ersten Jahres sehr unregelmäßig einsetzt. Dementsprechend kann es sein, dass die Periode ein paar Monate aussetzt oder eine direkt nach der anderen einsetzt. Es dauert eine Weile, bis die ganzen Hormone das richtige Niveau erreicht haben und zusammenwirken.

Die folgenden Illustrationen zeigen, was während in jedem der Zyklen passiert. Betrachte zunächst die Zeitspanne, in der diese Zyklen auftreten und dann die Abfolge der Veränderungen in Eierstöcken, Hormonspiegel oder der Gebärmutterschleimhaut. Sieh dir die Illustrationen an, um dir ein Bild davon zu machen, was mit dem weiblichen Körper Woche für Woche passiert. Schau dir danach die verschiedenen Diagramme zum Hormonspiegel an, um herauszufinden, welche Hormonkonzentrationen steigen und welche fallen. Die erste Phase des Hormon-Staffellaufs beginnt mit den Hormonen der Hirnanhangdrüse, die auf die Eierstöcke einwirken. Im Gegenzug setzen die Eierstöcke Gonadenhormone frei, die die Gebärmutter darauf vorbereiten, ihre Schleimhaut abzustoßen. Bedenke dabei, dass der Menstruationszyklus mit dem ersten Tag der Monatsblutung beginnt.

1. Zeitraum

Ein typischer Menstruationszyklus (bei dem die Menstruation bzw. Monatsblutung nur ein Teil ist) dauert etwa 28 Tage an. Manche Frauen haben entweder kürzere oder längere Zyklen. Genau wie bei allen anderen biologischen Funktionen auch, gibt es bei allen Menschen Unterschiede.

Tag 1 entspricht dem Beginn der Menstruationsperiode einer Jugendlichen oder Frau. Dabei kommt es zu einer Menstruationsblutung, die einige Tage andauert und nach ein paar Tagen sehr milder Blutung schließlich aufhört.

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2. Ovarialzyklus

Zu Beginn des Zyklus beginnt im Eierstock eine Gruppe von Eifollikeln zu wachsen. Allerdings reift nur eine einzige Eizelle voll aus. Ein Follikel ist eine kleine Aushöhlung im Eierstock, die eine sich entwickelnde Eizelle enthält. Die Eizelle bricht an Tag 14, während des Eisprungs (Ovulation), aus der Wand des Eierstocks los. Das ist die fruchtbarste Zeit einer Frau, also die Zeit, in der es am wahrscheinlichsten ist, schwanger zu werden. Der im Eierstock verbleibende Teil des Follikels wird zum Gelbkörper (Corpus luteum) und schrumpft dann zusammen.

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3. Hormonzyklus: Die Hypophysenhormone

Zu Beginn des Menstruationszyklus ist das FSH-Niveau niedrig, steigt an, verringert sich leicht und erreicht dann seinen Höchststand und fällt wiederum graduell ab. Das LH-Niveau hat einen ähnlichen Verlauf, nimmt dann aber kurz vor Tag 14 stark zu. Es ist dieser Anstieg, der den Eisprung auslöst.

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Betrachte die Hormonkurven. Fällt dir auf, wie sie ansteigen und abfallen? Jetzt kannst du das, was in den Eierstöcken passiert mit den Veränderungen im Hormonspiegel verknüpfen und sehen, dass hier eine Wechselbeziehung besteht.

Zu Beginn des Zyklus bewirkt der Anstieg an FSH-Konzentration die Reifung des Eifollikels. Die Follikelzellen produzieren wiederum ein ansteigendes Niveau an Östrogen. Kurz vor Tag 14 führt der starke Anstieg an LH (und zu einem geringeren Maße an FSH) zum Eisprung. Nachdem die Eizelle den Follikel verlassen hat, werden die verbleibenden Zellen zum Corpus luteum (Gelbkörper). Dies ist auf das LH zurückzuführen. Das Corpus luteum wiederum beginnt damit, ein ansteigendes Niveau an Progesteron (und auch Östrogen) zu produzieren. Beachte dabei, dass, wenn der Spiegel an Gonadenhormonen hoch ist, der Spiegel an Gonadotropinen, FSH und LH wegen der negativen Rückkopplung niedrig ist.

4. Gebärmutterschleimhaut

Lass uns schließlich einen Blick auf die Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut werfen. Diese wird unter Einfluss von Östrogen in der Zeit vor dem Eisprung dicker. Danach fangen ihre Drüsen an, Nährstoffe abzusondern.

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Vertiefung

Wusstest du schon?
Während Frauen überall auf der Welt ihre Periode haben, kann der Umgang damit kulturbedingt unterschiedlich sein. Beispiele für einen kulturspezifischen Umgang mit der Periode sind beispielsweise Frauen, die am Ende ihrer Periode feierlich ein Bad nehmen, oder andere, die während ihrer Periode alleine in einer Hütte leben.

Was wird passieren?

Während des ersten Jahres kann die Periode einer Jugendlichen ziemlich unregelmäßig einsetzen. Somit kann es sein, dass die nächste Periode nach 20 Tagen, dann erst wieder nach 40 Tagen einsetzt. Schließlich werden ihre Hormone aber so zusammenwirken, dass sie einen relativ gleichmäßigen Zyklus hat und ihre Periode dementsprechend einmal im Monat, oder ungefähr alle 28 Tage hat. Viele physische Faktoren (unter anderem starke körperliche Beanspruchung, Mangelernährung oder Krankheit) oder psychische Faktoren (wie beispielsweise emotionale Verstimmungen) können dazu führen, dass die Periode zeitweilig nur unregelmäßig auftritt oder aber ganz aufhört.

Der häufigste Grund, warum die Periode aussetzt, ist die Schwangerschaft, wenngleich das nicht bedeutet, dass wenn einmal die Periode ausbleibt, eine Frau schwanger sein muss. Die Furcht vor einer Schwangerschaft kann ebenfalls dazu führen, dass die Periode ausbleibt. Wenn die Periode nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr ausbleibt, ist es sehr wichtig, so früh wie möglich herauszufinden, ob eine Schwangerschaft besteht.

Menstruationsfluss

Die Menstruation beginnt mit der sich schrittweise ablösenden Gebärmutterschleimhaut, die dann durch die Vagina ausfließt. Dieser Menstruationsfluss ist sehr langsam und erfolgt allmählich. Es handelt sich dabei nicht um ein plötzliches Herausströmen von Blut, wie bei einer Schnittwunde. Über die nächsten ein bis zwei Tage wird die Blutung ein wenig stärker, bis sie nach ungefähr einem weiteren Tag nach und nach schwächer wird und dann ganz aufhört. Die Menge an Blut, die während einer Periode mit ausgeschieden wird, kann dabei sehr unterschiedlich sein. Die Blutung kann bei einigen Mädchen (oder von Monat zu Monat) stärker als bei anderen sein. Auch wenn es vielleicht nach mehr aussieht, verliert eine Frau normalerweise während ihrer Periode durchschnittlich ungefähr drei Esslöffel Blut. Bei einer guten Ernährung mit viel Eisen, einem Mineral, das für die Herstellung roter Blutkörperchen benötigt wird, hat der Körper keine Schwierigkeiten damit, den Blutverlust auszugleichen. Sollte eine Blutung aber sehr stark sein, oder die Eisenaufnahme unzureichend, kann es zu einer Anämie oder Blutarmut kommen, also einem Zustand, in dem es zu wenig rote Blutkörperchen gibt. Ein Arzt kann die Blutarmut aber einfach behandeln.

Wir fingen wieder an zu tanzen, aber ich konnte nicht aufhören zu denken: Ich glaube nicht, dass die Papierhandtücher ausreichen werden. Ich glaube eher, dass man es auf meinem Rock sieht und Peter sagen wird: "Was ist das ... deine Periode?



Alles, was ein Mädchen oder eine Frau während ihrer Periode machen sollte, ist zu verhindern, dass der Menstruationsfluss Blutflecken auf ihrer Kleidung verursacht. Dies kann beispielsweise durch die Verwendung einer Monatsbinde oder eines Tampons erfolgen. In beiden Fällen liegt eine detaillierte Anleitung zu deren Verwendung den Packungen bei. Binden und Tampons gibt es in verschiedenen Stärken, für jeweils unterschiedlich starke Blutungen. Wenn der Fluss am stärksten ist, sollten sie etwa alle vier bis fünf Stunden gewechselt werden. Wenn die Blutung nur leicht ist, reicht es, wenn die Binden oder Tampons weniger oft gewechselt werden. Mädchen und Jugendliche können von ihren Müttern oder einem Gesundheitsexperten mehr über Binden und Tampons erfahren.

Ein frischer Menstruationsfluss ist geruchlos und entwickelt erst einen Geruch, wenn er in Kontakt mit Luft kommt. Wenn eine Jugendliche ihre Binden oder Tampons häufig wechselt, braucht sie sich keine Sorgen über den Geruch zu machen. Es gibt also keinen Grund, parfümierte Tampons zu benutzen, zumal die darin enthaltenen Chemikalien die Vagina reizen können. Eine Jugendliche kann während ihrer Periode körperlich vollkommen aktiv bleiben, also auch am Sportunterricht teilnehmen.

Refexion

Überprüfe dich selbst!

  • Wie kann sich eine Jugendliche vor und während ihrer Periode gesund erhalten?
  • Liste die Faktoren auf, die dazu führen können, dass die Menstruation unregelmäßig einsetzen kann.



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Eine seltene aber wichtige Komplikation, die mit der Verwendung von Tampons verbunden wird, nennt sich toxisches Schocksyndrom. Dies wird durch Bakterien ausgelöst, die sich in einem Tampon vermehren können, der mit Blut vollgesaugt ist. Die Symptome eines toxischen Schocksyndroms sind hohes Fieber, Erbrechen, Muskelschmerzen, andere, erkältungsähnliche Symptome und ein Ausschlag, der wie ein Sonnenbrand aussieht. Wenn eine Frau einige dieser Symptome hat, sollte sie unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.

Das toxische Schocksyndrom wird aber nicht mit der Verwendung von Monatsbinden in Verbindung gebracht. Es wird ausschließlich mit der Verwendung von Tampons assoziiert, besonders mit besonders saugfähigen. Das toxische Schocksyndrom kann vermieden werden, indem man sich vor dem Einführen die Hände wäscht, die Tampons regelmäßig wechselt und nachts anstelle von einem Tampon eine Binde verwendet.

Menstruationsbedingte Beschwerden

Vielen Mädchen und Frauen geht es während ihrer Periode gut. Andere haben leichte bis mäßige Beschwerden. Manche fühlen sich davon geplagt; in diesen Fällen kann es notwendig werden, dass ein Arzt aufgesucht wird. Dennoch sollten wir nicht davon ausgehen, dass die Menstruation eine Krankheit ist, sondern vielmehr eine normale Körperfunktion.

Menstruationsbedingte Beschwerden können zwei Formen annehmen: Einerseits kann es zu Menstruationskrämpfen, oder Dysmenorrhö, kommen. Krämpfe können während der Periode auftreten und Schmerzen in Unterleib und Rücken auslösen. Auch kann es zu Übelkeit kommen. Abhilfe können eine Wärmflasche, Ruhe und warme Getränke schaffen. Sollten die Krämpfe zu stark sein, kann ein Arzt Medikamente verschreiben oder ein krampflösendes Mittel in der Apotheke erworben werden.

Andererseits kann es zu einer anderen Form von menstruationsbedingten Beschwerden kommen, dem sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS). PMS tritt in den Tagen vor Beginn der Menstruation auf. Zu den Symptomen zählen ein leichtes Anschwellen von Händen und Füßen, ein aufgeblähtes Gefühl im Unterleib, vorübergehende Gewichtszunahme und Kopfschmerzen. Andere Symptome von PMS können psychisch sein und Launenhaftigkeit, Reizbarkeit, Wut, Konzentrationsschwierigkeiten und Energielosigkeit umfassen. Wenngleich die Ursachen für PMS unklar sind, wird davon ausgegangen, dass die sich verändernden Hormonniveaus wahrscheinlich der Grund hierfür sind. Noch einmal: Wenn eine Frau schwerwiegende Symptome hat, sollte sie unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.

Einzelnachweise